Grundstück verkaufen: Marktsituation und Marktentwicklung in München & Region

Der Verkauf von Grundstücken verläuft seit Sommer 2018 nicht mehr so schnell und reibungslos.

Grundstücksverkauf: Marktsituation und Marktentwicklung in München & Region

Wir können dies an mehreren Beispielen persönlich feststellen.

Geringer Kaufpreis durch Verzögerung

Im Frühling 2018 wurde uns für ein Grundstück ein Kaufpreis von € 800.000,- geboten. Durch baurechtliche Verzögerungen konnte ein konkretes Kaufangebot nicht verbrieft werden. Als die Verbriefung dann im September möglich gewesen wäre war der Bauträger nicht mehr bereit das Grundstück zu erwerben.

Der nachvollziehbare Grund war, dass der Verkauf seiner Wohnungen in seinem, in unmittelbarer Nähe befindlichen Bauvorhaben, sehr schleppend verlief. Daraufhin musste das Grundstück von uns neu angeboten werden. Viele Bauträger die im Frühling noch konkret interessiert waren sagten ab oder waren nur zu einem geringeren Kaufpreis bereit das Grundstück zu erwerben. Die Verbriefung musste dann mit einem Abschlag von € 30.000,- vorgenommen werden.

Bauträger sind allgemein zögerlicher geworden

Das genannte Beispiel ist symptomatisch für das derzeitige Kaufverhalten von vielen Bauträgern und somit auch von privaten Erwerbern. Bauträger sind offensichtlich nicht mehr bereit die „Boompreise“ von 2017 zu bezahlen. Ein weiteres Verhalten ist, dass Grundstücke nicht mehr ohne weiteres gegen Barzahlung erworben werden. Vielfach wird der Wunsch nach Kaufoptionen geäußert. Dies bedeutet, dass der Bauträger erst dann das Grundstücke konkret erwerben und bezahlen muss, wenn der Verkauf seiner Wohneinheiten, Häuser oder Wohnungen gesichert ist.

Anschauliche Situation im Internet

Im letzten Jahr, also 2017, wurden wesentlich weniger Grundstücke im Internet, zum Beispiel in ImmobilienScout 24 oder Immowelt, angeboten. Es waren im Stadtgebiet München ca. 30 - 40 Grundstücke. Inzwischen werden ca. 90 Grundstücke angeboten. Alleine daraus ist nachvollziehbar, dass der Verkauf von Grundstücken nicht mehr reibungslos verläuft.

Dazu kommt eine falsche Preispolitik und naives Wunschdenken

In meiner langjährigen Maklertätigkeit konnte ich immer wieder bei Grundstücksverkäufern ein typisches Verhalten feststellen. Grundsätzlich ziehen sie Vergleichsobjekte zur Kaufpreisfindung heran. Gewohnheitsgemäß wird dann sehr oft auf den bereits überhöhten Kaufpreis noch ein Zuschlag versehen. Diese Praxis war in den zurückliegenden Jahren, durch die hohen Preissteigerungen, noch „heilbar“. Inzwischen ist das Limit überschritten und die unrealistischen Kaufangebote werden sehr oft zu sogenannten Ladenhütern. 

Eine immer wiederkehrende Gegebenheit ist auch, dass Bauträger oder Projektanten, die Probleme beim Verkauf ihrer Wohnungen oder Häuser haben ihre Grundstücke dann (notgedrungen?) mit „genehmigter Planung“ zu absolut unrealistischen Preisen anbieten. Hier handelt es sich meiner Beobachtung nach vordergründig nur noch um vergeblichen Verkaufsaktionismus

Verkauf vom Plan ist nicht immer mehr umsetzbar

Ein nachvollziehbares Merkmal dafür ist, dass viele Wohnungen und Häuser von Bauträgern kurzfristig beziehbar sind. Dadurch ist ebenfalls die relative Zurückhaltung von Bauträgern beim Erwerb von Grundstücken nachvollziehbar. Der spontane Erwerb von Grundstücken wird immer seltener umgesetzt.

Fazit: Die oben genannte Darstellung bezieht sich auf die zu optimistischen Verkaufserwartungen. Immobilien und Grundstücke die im marktkonformen Rahmen angeboten werden sind immer noch „gut“ zu verkaufen. Ein längerer Verkaufszeitraum sollte allerdings einkalkuliert werden.